Jakobiden

Den erworbenen Reichtum nutzte ein Enkel von Hannß, Jakob I (1544 bis 1611; Jakobiden), dazu, 1587 in Schneeberg im Erzgebirge das "Handelshaus J. Schilling" zu gründen. Seine Söhne und Enkel führten die Filiale in Frankfurt/Oder bis 1690 zur Blüte.

Sein Sohn Jakob II ist Stammvater des Hauses Oppurg in Thüringen.

Die weittrabenden Pläne von Jakob I verwirklichte aber erst sein Enkel Matthaeus (1623 bis 1647) mit der Gründung einer Reederei in Hamburg, der "Matthaeus Schilling Kauffahrthey, gegr. 1647". Er hatte geschickt den Schifffahrtsweg der mittleren Oder und Elbe bis Hamburg genutzt und von dort Verbindungen nach England und den Niederlanden aufgenommen. Dieser Unterzweig starb aus.

Doch Jakob III (1625 bis 1701), ein Bruder von Matthaeus, vermehrte sich kräftig (11 Kinder). Er besaß die Schilling-Firma in Frankfurt/Oder sowie die Schillingschen Faktoreien und Ostfilialen in Kiew, Samarkand und Peking.

Sein Sohn Jakob IV (1660 bis 1742) "sammelte" Güter in Sachsen, Schlesien und Polen. Nach dem Gut Proschwitz bei Meißen wird das von ihm abstammende "Haus Proschwitz" genannt.

Sein Sohn Christian ... Ludwig III (1691 bis 1742) trat 1729, nachdem er von Kaiser Karl VI. eine Kaiserliche Reichsadelsbestätigung mit "von" erhalten hatte (wie übrigens auch vier Jahre zuvor sein entfernter Vetter Christian Ludwig II), in Österreichische Kriegsdienste ein. Er machte sich als Kapitän im Inf.-Reg. "Graf Merci" einen besonderen Namen, als er die türkischen Linien auf der Donau durchbrach.

Adam, der älteste Bruder von Christian, erbte die umfangreichen Besitzungen der Familie. Er ist auch Stifter der umfangreichen Schillingschen Familienbibliothek.

Sein Enkel Friedrich Gustav I schrieb zahlreiche Romane, Erzählungen, Dramen und Gedichte und war Ersteller des Stammbaumes 1807/27. Bemerkenswert ist u.a., dass er sich im napoleonischen Krieg 1806 bei Jena mit seinem Bruder, dem damaligen französischen Oberstleutnant und späteren General Friedrich Ludwig, auf dem Schlachtfeld traf.

Friedrich Gustavs Enkel Johannes (1828 bis 1910) ist der berühmte Erzgießer. Er schuf u.a. die Vier Tageszeiten in Dresden, das Niederwalddenkmal bei Rüdesheim, das König-Johann-Denkmal, das Panther-Gespann auf der Semper-Oper in der sächsischen Hauptstadt und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Hamburg.