Martiniden

Martin I (geb. um 1555), ein Bruder von Jakob, ist Begründer der Martiniden. Er war Pfarrer in Mulda (Böhmen), wurde im Zuge der Gegenreformation jedoch vertrieben und floh zu seinen Verwandten nach Pegau bei Leipzig.

Sein Sohn Georg III hatte neun Kinder. Das achte Kind, Christian (um 1620 bis 1680) trat 1636 in schwedische Kriegsdienste und erhielt den schwedischen Reichsadel.

Dessen Sohn Johann Georg von Schilling (geb. 1664) amtierte als Pfarrer in Pernau (heute Estland), floh aber 1710 nach Hamburg, nachdem am Ende des nordischen Krieges die Russen die das Baltikum beherrschenden Schweden besiegt hatten und die Macht über diesen Landstrich übernahmen. Seine Frau Christine, geb. Stöcker, war Tochter eines Rektors zu Pernau.

Deren Sohn Johann (1708 bis 1764) trat in dänische und holsteinische Dienste und gelangte im diplomatischen Gefolge des Prinzen Ulrich von Holstein nach St. Petersburg, wo ihn der Zar in den russischen Freiherrenstand erhob.

Sein Sohn Jakob Freiherr von Schilling (1733 bis 1826) ging wie sein Großvater ins Baltikum und wurde Gutsherr auf Kallikül bei Pernau. Sein älterer Bruder Johann (1732 bis 1826) heiratete Charlotte Freiin Schilling von Canstatt und nannte sich eigenmächtig Freiherr Schilling von Canstatt. Der Verbleib der Nachkommen des Hauses Kallikül ist unbekannt.

Martin II (1578 bis 1620), ein anderer Sohn von Martin I, besaß zunächst ein Bergwerk in Zella (Thüringen, heute Zella-Mehlis) und ging dann nach Suhl, wo er als Hammerschmidt wirkte. In Suhl und Umgebung ist die Familie auch heute noch stark vertreten.

Johann Gottfried, der Sohn von Georgs neuntem Kind Kilian IV (gest. 1674 in Freiberg), zog als Vogt (Verwaltungsbeamter) nach Adelsheim im nördlichen Baden-Württemberg. Er ist Stammvater des heute noch blühenden Hauses Adelsheim.