Schlitz

Die Schlitzer Linie stammt vermutlich von einem Ururenkel unseres Lahnecker Stammvaters Heinrich von Lahnstein (1166 bis 1221) ab. So soll sich Rudolf (geb. um 1320) in Schlitz angesiedelt haben. Mit seinem Sohn Henne wird um 1459 erstmals ein Schilling in Schlitz urkundlich erwähnt.

Rudolf nahm 1371 an der Schlacht von Baesweiler am Niederrhein zwischen dem Halbbruder von Kaiser Karl IV., Wenzel I. von Brabant und dem Herzog Wilhelm von Jülich teil.

Wenzel wurde geschlagen und mit 270 Grafen und Rittern gefangen genommen, darunter auch Rudolf Schilling. Karl IV. kaufte später seinen Halbbruder und die Ritter frei. Rudolf verschuldete sich anschließend an einen Koblenzer Juden und musste seinen Besitz in Lahnstein verkaufen.

Danach taucht ein Henne als Pächter des Gutshofes Rympach bei Schlitz auf. Rympach gehörte dem Grafen von Görtz. Dieses Geschlecht, das seine größten Ländereien in Tirol besaß, wurde von Kaiser Karl V. besonders stark gefördert. Es ist also schlüssig, dass Rudolf und sein Sohn Henne durch diese Ver­bindung nach Schlitz kamen.

Seine Nachkommen waren vornehmlich im Handwerk in der Leinenweberei tätig und konnten durch Geschäftssinn und gute Handelsgeschäfte bald zu den vornehmsten Familien von Schlitz aufsteigen. Von dieser Zeit künden in dem kleinen hessischen Städtlein noch heute das „Rot-Schilling-Haus“, das „Blau-Schilling-Haus“ und die Schillinggruft, die 1775 von Johann Philipp Schilling (1733 bis 1805) in der heutigen Form an der Sandkirche gestiftet wurde.

Der letzte gemeinsame Ur­ahn ist Johann Nikolaus Schilling (geboren 1740 in Schlitz). Er hatte vier Söhne. Johann Phillip (geb. 1766) ist der Vorfahr von Oscar und Johannes (geb. 1773). Ein Nachkomme von Johann Phillip, Karl Phillip, war 1850 mit dem Segelschiff „Susanne“ nach Chile ausgewandert und begründete dort zahlreiche, blühende Linien, sodass die Schilling von Schlitz heute vornehmlich in Chile die Familiengeschichte fortschreiben.

Eric Bawor